Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Donauwörth

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Geschichte unserer Gemeinde – Folge 7 und 8

Die Anfänge unserer evangelischen Gemeinde in Donauwörth – 1861 / 1862 –

Folge 7:
Am 29. Oktober 1861 verfasste Vikar Preu seinen Kirchenjahresbericht. Er schrieb, dass die Gemeinde sehr dankbar für die Gründung des Vikariats sei. Ihre Mitglieder würden noch immer sehr rege alle Gottesdienste besuchen. Sie hätten jedoch lange Zeit Angst gehabt, ihren angemieteten Gebetsraum zu verlieren. Diese Furcht habe der Besitzer des Gasthauses ihnen durch die Verlängerung des Mietvertrages nehmen können.

Die kirchlichen Bedürfnisse seien so weit gedeckt, außer eines Flors am Kreuz und einer Hostienbüchse, weswegen er erst vor kurzem ein Bittgesuch an den Frauenverein in Leipzig gerichtet habe.

Bei Leichenbegängnissen würde schon seit einiger Zeit sowohl am Trauerhaus, als auch am Grab gesungen, was sogar den teilhabenden Katholiken gefalle. Die katholische Bevölkerung begegne ihnen mit Achtung, z. B. würden die Passanten, wenn sich ein protestantischer Leichenzug still durch die Straße bewege, ihr Haupt entblößen.

Preu fährt mit den Schulproble­men und dem Religionsunterricht fort und geht zum Schluss auf den geplanten Kirchenbau ein. Der Baugrund sei erworben und die ersten Pläne für die Kirche in Arbeit. Außerdem sei man schon mit einigen Steinbruchbesitzern in Verhandlung getreten und suche nach umliegenden Gemeinden, die unentgeltlich Gespanne zum Heranschaffen der Steine stellen könnten. Diesen ersten Kirchenjahresbericht schickte Preu am nächsten Tag an das königliche Konsistorium (oberste evangelische Verwaltungsbehörde) in Ansbach.

Folge 8:
Beim Studium der Geschäftsbriefe von 1862 fällt auf, dass Vikar Preu seit Beginn des Jahres 1862 sehr vermehrt Bittgesuche schrieb. Alle größeren Nachbargemeinden bat er um Geld- und Sachspenden für den Kirchenbau. Von den kleineren protestantischen Dörfern in der Umgebung erhoffte er sich freiwillige Anspanndienste (Fuhrwerke); denn die Steine, die in den Steinbrüchen in Ebermergen und Mauren für den Kirchenbau gebrochen wurden, mussten nach Donauwörth transportiert werden.

Die meisten Bittgesuche - nämlich weit über hundert - gingen in den Monaten Januar bis April an alle Gustav - Adolf - Vereine im gesamten Reich und darüber hinaus, z.B. an den Gustav - Adolf - Verein in Stockholm. Viele kamen dem Spendenaufruf nach. Das Vermögen der Gemeinde wuchs und mit ihm die Zuversicht, dass der Kirchenbau bald beginnen könne. Der königliche Baubeamte Leytheuser wurde beauftragt, die Pläne für die neue Kirche zu fertigen. Diese wurden im März 1862 der königlichen Regierung vorgelegt.



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